Stadt Wiehe in Thüringen
Stadt Wiehe
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Wiehe

Garnbach (OT)

  • Blick über Garnbach
  • Garnbach im Morgengrauen

Wie der Punkt auf dem "i" liegt dieser Ortsteil, ein typisches Straßendorf mit Zwei- und Dreiseithöfen links und rechts der Ortsstraße, ca. 1 km von Wiehe entfernt, versteckt in einem reizvollen Tal zu Füßen der Burgruine Rabenswald.

In einem alten „Führer durch das mittlere Unstruttal“, herausgegeben vom Bürgerverein Roßleben, steht zu lesen:

„Das Tal selbst.... führt nach Garnbach, einem am südlichen Abhange eines vorgelagerten Höhenrückens der Finne gelegenen Dörfchen, das in seiner Verstecktheit zunächst den Eindruck erweckt, als werde es leicht von aller Welt vergessen.“

Schule in Garnbach

Nun, das Erscheinungsjahr dieses Wanderführers ist nicht sicher zu rekonstruieren, doch vergessen von aller Welt ist Garnbach heute nicht. Im Gegenteil: Garnbach erfreut sich großer Beliebtheit, hat sich doch in den letzten Jahren allerhand im Dorf und der Umgebung getan. Viele der Gehöfte wurden liebevoll renoviert und auch die im Rahmen des Dorferneuerungsprogrammes realisierten Projekte „Alter Ziehbrunnen“ und „Buswendeschleife/Festplatz“ runden den Gesamteindruck des Ortsteiles ab.

St.-Nikolai-Kirche

Auch die ehemalige Dorfschule wurde unter denkmalpflegerischer Aufsicht wieder zu einem Schmuckstück ausgebaut. In diesem, zur Zeit von der „Thepra“ betriebenem Objekt, wird thematische Jugend- und Seniorenarbeit betrieben. Von der Anhöhe rechts der Straße grüßt die aus dem 18. Jahrhundert stammende St.-Nikolai-Kirche.

  • Wandern rund um Garnbach
  • Wandern rund um Garnbach

Für Liebhaber alter Traktoren ist der „Lanz-Bulldog-Hof“ der Familie Magdeburg sicher eine gute Adresse. Hier besteht mehrmals im Jahr die Möglichkeit, verschiedene dieser urigen, gut gepflegten Maschinen in Aktion zu erleben.

Von Garnbach aus sind Wanderungen durch ausgedehnte Laub- und Mischwälder zur Burgruine Rabenswald, dem „Mägdesprung“ sowie nach Langenroda, Hechendorf und Donndorf möglich.

Größere Wanderungen können über die Höhenzüge der Schrecke, Finne und Schmücke führen und uns zu den Zielpunkten Hauteroda, Burgwenden, Lossa, Schloss Beichlingen oder Rastenberg bringen.

Hierbei sollte man jedoch auf die Beschilderung achten und auf den ausgewiesenen Wegen bleiben.

Natürlich machen derartige Wanderungen hungrig. Doch keine Angst – zur Stärkung vor und nach den Ausflügen lädt die im Ort ansässige „Gaststätte zum fröhlichen Wanderer“ ein.

Horns Heuherberge“ bietet Platz für Feiern aller Art in der Freizeitscheune, für Ritteressen im Gewölbestall oder Backofenfeste mit selbstgebackenem Brot und Kuchen. Das Schlafen im Heulager ist natürlich eine besondere Attraktion.

weitere Informationen unter: www.garnbach-thueringen.de

Wanderung um Garnbach

  • Burgruine Rabenswald Bild 1
  • Burgruine Rabenswald Bild 2

Von Garnbach aus lässt es sich gut durch ausgedehnte Laub- und Mischwälder wandern. Kommen Sie doch einfach mit auf eine kleine Wanderung zum Mägdesprung und zur Ruine Rabenswald.

Durch das Dorf geht man in südöstlicher Richtung durch die Hexengasse hinab bis an den Fuß des Palmberges (zwischen dem Garnbacher Tal und dem Röhrental). Auf dem ansteigenden Grat des Palmberges steigt man immer in südlicher Richtung durch schönen Mischwald bis zu einer großen, wieder aufgeforsteten Lichtung. Hier wird der Weg flacher und weniger anstrengend und führt uns weiter in südlicher Richtung bis zu einem rechts am Wege stehenden Stein Nr.14. Ca. 10 Schritte in den Wald hinein, stehen wir vor einem dreieckigen, flachen Stein – dem sogenannten Mägdesprung. Auf seiner Oberfläche erblickt man mit etwas Fantasie eine wenig eingeprägte Menschenfußspur und dicht daneben tiefer eingedrückt eine Trappe eines Pferdefußes. In grauer Vorzeit sollen beide von Wendelstein aus über das Unstruttal hinweg bis auf diesen Stein gesprungen sein. Nur weiß die Sage leider nicht zu berichten, warum dieser Sprung gemacht wurde.

Vom Mägdesprung aus wandern wir weiter durch herrlichen Buchenhochwald in südlicher Richtung. An einer deutlichen Weggabelung folgen wir dem rechtsabzweigenden Weg in eine kleine Senke und stehen nach wenigen Minuten vor der Burgruine Rabenswald. Von der sicher recht eindrucksvollen Doppelburg ist leider nur ein ca. 1,5 m breites und ca. 6 m langes Mauerstück an der westlichen Seite erhalten. Umgeben ist die Ruine von einem 8-10 m tiefen Wallgraben. Sie steht auf einem Bergsporn und war immer nur von der südlichen Seite her zugänglich. Im Burghof können wir uns kurz die Geschichte der Burg vergegenwärtigen.

In der Mitte des 13. Jahrhunderts gehörte die Burg zur Grafschaft Wiehe; die Grafen wohnten und herrschten auf der Burg und waren dem Markgrafen von Meißen unterstellt. Erwähnung findet Burg Rabenswald nur bis zum thüringischen Grafenkrieg (1342-46). Hermann, Graf zu Wiehe und Rabenswald kämpfte glücklos gegen den Landgrafen Friedrich von Thüringen, was vermutlich auch die Zerstörung der Burg nach sich zog.

Um nach Garnbach zurückzukehren, wenden wir uns, nachdem wir das Burggelände verlassen und den äußeren Wallgraben überschritten haben, sofort ostwärts und folgen den steilen Wegen des Burgberges ins Palmtal und nach Garnbach.

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